Krumme Beine – Als Dackel hat man´s auch nicht leicht

Die Erinnerung ist ein Fenster, durch das ich Dich sehen kann, wann immer ich will.

Das zweite Buch von und über Motte ist fertig! Manchmal ist schwer, sich Erinnerungen zu stellen; in diesem Fall hat es mir als Chef geholfen, mit dem Verlust umzugehen und wieder großen Spaß gemacht, Mottes Erlebnisse und (vermeintliche) Gedanken aufzuschreiben.

Bestellen könnt Ihr das Buch, wie auch das erste, bei Onlinediensten, in den meisten Buchhandlungen oder direkt beim BoD-Buchshop.

„Krumme Beine – Als Dackel hat man´s auch nicht leicht“
Anette Höhnke
ISBN: 978-3752809831

Der Chef und das Personal hoffen, dass Ihr auch Freude an Mottes Geschichten habt!

Für Motte – im Herzen für immer bei uns.

 

 

Happy Birthday, liebe Lucy!

Heute schreibt der Chef. Denn: sich selbst gratulieren ist ja irgendwie doof – und außerdem hat Lucy auch gar keine Zeit…

Heute vor einem Jahr geschah etwas, was unser Leben auf den Kopf stellen sollte – auch, wenn wir Zweibeiner damals die Bedeutung dieses schicksalsträchtigen Tags noch nicht erahnten. Nicht weit von uns entfernt erblickten kleine Krummbeine am 21.04.2018 das Licht der Welt – eins davon warst du: Lucy. Die kleinste und zierlichste im Wurf, aber von Anfang an mit einem immensen Lebenswillen. Auch, wenn du damals etwas mehr Aufmerksamkeit brauchtest als deine Geschwister: du lerntest schnell, den Sonderstatus für dich zu nutzen. Als Prinzessin des Rudels wickeltest du den zweibeinigen Chef dort mühelos um deine kleine Pfote und kuscheltest dich in die Herzen. Deinen Platz im Rudel fandst du schnell – denn auch wenn du klein und zart warst: du hast ein Löwenherz!

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Die Erziehung des Personals: ein Resümee des Teenager-Dackels

Entspannter Dackel

Seit fast einem Jahr bin ich jetzt auf dieser Welt – Zeit für ein Resümee zur Erziehung des Dackels und des Personals. Der Chef, mein Rudel und ich: wir sind ein eingeschworenes Team. Und trotzdem gibt es oft Situationen, wo ich mir denke: „Hallo, das Thema hatten wir doch schon mal! Hatte ich nicht deutlich kundgetan, dass ich situationsbedingt entscheide, ob und wie ich auf Deine Bitte reagiere?“

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Konsequenz. Wir Dackel wissen, wie es geht!

Dackel - weit, weit weg...

Konsequenz in der Erziehung (egal, ob z.B. Kinder oder Vierbeiner…) ist am schwierigsten, wenn es die eigene, stetige Mitwirkung erfordert: halte Dich selbst auch immer an deine Regeln, die du anderen auferlegst! Scheint schwierig zu sein…
Natürlich handelt der Chef aber nicht immer danach – er ist halt doch nur ein Mensch – und eben kein Dackel.

Hier im kölschen Rheinland, wo ich lebe, sagt man: alles, was einmal wiederholt wird, erlangt ohne weitere Nachfrage den Status „dat es Tradition“ („das ist Tradition“). Kommt dem dackeligen Verständnis schon recht nahe. Denn wir Dackel verfeinern diesen Punkt und bestehen selbstverständlich darauf (und zwar regions- und länderübergreifend!):

Alles, was einmal nicht ausdrücklich vom Personal verboten wurde, ist und bleibt für immer erlaubt.

Der Chef meint , er müsse bei mir wichtige Erziehungsarbeit leisten – ich bin ja noch so jung. Er möchte dann z.B. meinen Knochen, den ich gerade intensiv bearbeite, quasi willkürlich selbst in die Hand nehmen. Ich kenne das Spiel mittlerweile: er nimmt ihn, schaut ihn sich an, findet ihn laut (und total lächerlich übertrieben) toll und gibt ihn mir dann unbekaut wieder. Kann er sich doch sparen, finde ich. Kostet uns alle schließlich nur Zeit und Nerven. Trotzdem besteht er manchmal darauf. Na gut, Wenn es ihn weiterbringt… Manchmal ist er halt seltsam und anstrengend, mein Chef, das weiß ich ja mittlerweile.

Neulich fühlte ich mich bemüßigt, einen sich offenbar unbedarft nähernden Nachwuchsschef durch (ein, wie ich finde, durchaus leises, aber überlegt bestimmtes) Blaffen darauf hinzuweisen, dass ich das unmotivierte Abnehmen von besonders tollen Dingen (meiner Dinge!) zwar beim Chef gezwungenermaßen toleriere (ich muss es ja…), aber dass ich sonst eigentlich eher ungerne teile und Störungen eher nicht mag. Was der Chef dummerweise mitbekommen hat – ein fataler Fehler meinerseits. Denn seitdem muss ich nahezu alles, was mir wichtig ist, mit Chef und sogar mit den Nachwuchs-Chefs teilen oder zumindest kurz mal abgeben. Sehr anstrengend, sag ich Euch… Einverstanden bin ich mit dieser Vorgehensweise definitiv nicht – aber ich habe wohl keine andere Wahl – denn der Chef wird dann immer sehr, sehr sauer, wenn ich das nicht tue – und der Chef ist halt der Chef. Da ist er dann auch echt mal konsequent, besteht auf seiner eingebildeten Rangfolge und er hat sich hier auch als sehr, sehr geduldig erwiesen. Ich kann machen, was ich will – bevor ich nicht das tue, was (und wie) er es möchte, geht hier einfach gar nichts mehr – auch, wenn ich mir manchmal eine echt lange Nachdenk-Zeit nehme… Der Chef sitzt dann provozierend ignorant vor mir und wartet – unaushaltbar nichtstuend. Bis ich dann doch das tue, was er möchte. Echt ärgerlich. Ich bin ja schließlich fast erwachsen und muss und will mir doch nicht immer alles sagen und vorschreiben lassen…? Bloß weil es gestern noch irgendwie galt (oder zumindest von mir so passend interpretiert werden könnte)?

Bei manchen Dingen beiße ich da im wahrsten Sinne des Wortes auf Granit beim Chef.

Dabei weiß ich doch mittlerweile, dass ich durchaus ein Mitspracherecht bei dieser menschengewollten Erziehung habe. Wenn der Chef wieder mal meint, ich solle irgendetwas tun, nur weil er sich das jetzt gerade so wünscht, denke ich selbstverständlich gerne mit, wäge die Konsequenzen (für mich) ab und entscheide dann. Lohnt es sich….(für mich, natürlich)? Manchmal möchte ich ja auch dem Chef gefallen; manchmal kann ich auf die temporäre Anerkennung durch ein Zweibein aber auch gut verzichten. Der Chef sieht das zwar meist anders – aber woher soll ich wissen, ob er seine Empfehlung „hiiiiier“ jetzt gerade so richtig ernst meint oder nicht? So oft, wie die Zweibeiner dieses Wort in ihrem normalen Blabla zwar sagen, aber es mich dann offenbar nicht betrifft? Oder wenn ich mich eben erst fünf Minuten später dazu entscheide, dieser Bitte nachzukommen? Und wenn mir dann trotzdem ein köstliches Lecker quasi in den Rachen geschoben wird, nur weil ich mich dazu herabgelassen habe, mal nach meinen, mittlerweile lästig und unablässig rufenden Zweibeinern zu schauen? Ja, der Chef ärgert sich dann, das merke ich wohl. Benutzt Phrasen wie „sie hört ausgezeichnet, aber gehorcht eher suboptimal“. Finde ich unfair. Wenn der Chef nicht weiß, wann eine Empfehlung keine Bitte, sondern eine unmissverständliche Aufforderung ist – woher soll ich das dann ahnen? Und, viel wichtiger: ist das wichtig für mich? Ich denke, eher nicht.

Konsequenz ist eben offenbar nicht so zweibeinertypisch – die sollten sich mal ein Vorbild an uns Dackeln nehmen…

Ich weiß natürlich sehr wohl, dass der Chef gerne hätte, dass ich auch auf eine unbedacht dahergeplapperte Empfehlung so reagieren sollte, wie er sich das so vorstellt.

Mein Job ist es aber meiner Meinung nach: ihm klarzumachen, dass Erziehung immer bei dem Erziehenden selbst beginnt (beginnen muss).

Nur, wer sich selbst auch konsequent an seine Regeln hält, kann erwarten, dass auch andere es tun.

Das werden bestimmt noch harte Lehrjahre für den Chef.

Ach ja: es gibt übrigens bis jetzt keine Situation, die ich nicht mit einem gewissen Blick wieder ohne Zugeständnisse wieder in den Griff bekommen hätte… Also, Kollegen, ruhig und entspannt bleiben. Wir bekommen das hin.

Denn wir Dackel sind konsequent.