Hundeleben aus der Dackelperspektive – wenn der Dackel erzählt

Dackel im Rampenlicht

Lust auf mehr? Schaut doch mal, was die Dackelladys zu ihrem Leben mit dem Personal zu sagen haben:

Motte und Lucy.
Zwei Dackeldamen, die dackeltypisch genau wussten und wissen, wie das Dackelleben angenehm gestaltet werden kann und die das Leben mit ihrem Personal von Anfang an in die rechten Bahnen lenkten. Ihre Erfolgserlebnisse haben sie schriftlich festgehalten – in mittlerweile drei Büchern:

Bestellen könnt Ihr die Bücher durch „klick“ auf das jeweilige Buch. Natürlich sind alle Bücher auch bei den bekannten Online-Diensten oder in Eurer Buchhandlung vor Ort bestellbar!

Natürlich gibts die Bücher auch beim Chef direkt; dann gerne auch mit einer persönlichen Widmung! Wenn Ihr das möchtet, schickt bitte eine Mail an wuff (at) krummebeine.de

Der Dackel ist magen-darmkrank… Und niemand weiß, warum.

Dackel schaut bemitleidenswert in die Kamera

Urlaub! Triggert euch das Wort auch so wie mich? Ich, als der einzig wahre Dackel in diesem Haushalt, erfahre ja irgendwie immer als Letzte davon, wenn es mal wieder in den Urlaub geht und die tägliche Routine mit Spaßgarantie für Dackel damit unterbrochen wird . Ein Mitspracherecht habe ich irgendwie sowieso nie – unfair eigentlich. Bisher war es aber immer so, dass ich mit der Wahl des Ziels im Nachhinein dann doch recht einverstanden war. Ich glaube, meine Wenigkeit spielt bei der Wahl des Urlaubsdomizils doch immer eine ziemlich wichtige Rolle bei meinem Personal. Zumindest bei Chef. Die Junior-Chefs sind auch schon mal alleine unterwegs – aber solange der Chef bei mir ist, ist zumindest ein Teil meiner Welt in Ordnung!

Kein schönes Jahr für uns bis jetzt

Dackel liegt entspannt auf der Sofalehne

Der Chef hatte zugegebenermaßen ein anstrengendes Jahr bis jetzt, eine Hirnblutung, die er nicht eingeplant hatte (hätte er ja mal berücksichtigen können!), hat zusätzlich zu diesem blöden Virus, das die Zweibeiner schon so lange beschäftigt, die ganze Jahresplanung durcheinander geworfen. Und, ganz schlimm: nicht nur die Urlaubsplanung wurde über den Haufen geworfen, sondern dieser unvorhergesehene Vorfall hat auch dafür gesorgt, dass ich ganz lange ohne den Chef sein musste! Nun geht es ihm wieder gut und er musste nun sehr viel Resturlaub verplanen. Das wiederum fand ich gut: denn ich war natürlich essentieller Bestandteil der Planung! Ich sah es allerdings nicht ein, dass der Chef der Einzige sein sollte, der durch diese Erkrankung nach Aufmerksamkeit hascht. Seit geraumer Zeit habe ich also für ebenfalls für Sorgen gesorgt. Mein Darm ist entzündet. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht lag es an der Abwesenheit des Chefs? Soll er sich doch mal Gedanken dazu machen! Mich einfach so zurück zu lassen… Gut, so richtig alleine war ich ja nie. Der Rest des Rudels hat sich echt gut um mich gekümmert – sowas setzt ja auch Maßstäbe… Ich habs mir sicherheitshalber mal gemerkt.

Der Dackel ist krank, der Darm macht Stress

Jedenfalls war mein Darm nicht in Ordnung. Der Chef fuhr echt oft mit mir zu diesem Haus, in dem die Männer und Frauen in grün sind. Ihr glaubt ja nicht, wie oft ich dort gepiekst wurde… Mir gings zwar nach diesen Pieksern jedes Mal echt besser – hielt aber nie lange an, leider. Selbst meine große Leidenschaft, das Fressen, machte mir keinen Spaß mehr. Gut, außer den Dingen, die ich draußen auf unseren Erkundungstouren durch die Umgebung fand. Da fiel mir dann ganz oft ein, dass ich eigentlich Hunger bis unter die Vorderpfoten hatte. Ich fraß also alles, was nicht weglaufen konnte – und das ist hier zu meinem Glück wirklich Einiges! Der Chef ist da aber echt unentspannt. Na ja, normalerweise „frage“ ich vorher und spucke auf Kommando auch alles wieder aus, wenns denn sein muss, okay. Aber wer einen Dackel auf so eine radikale Diät setzt, der muss halt damit rechnen, dass ich mir meine überlebenswichtige Kalorienzahl selbst zuführe, oder?

Die Operation

Lange Rede, kurzes Ergebnis: irgendwie hatte ich immer noch dauernd Bauchweh und der Chef fuhr eben auch dauernd mit mir zu diesem Haus mit den Tierärzten. An einem Tag bekam ich ein furchtbar schmeckendes Zeug ins Maul gespritzt. Immerhin mal keine Spritze in mein wohlgeformtes Hinterteil, dachte ich noch. Da es mir am folgenden Tag aber immer noch nicht besser ging, und ich mein Futter (mitsamt der Tabletten) in hohem Bogen wieder ausspuckte, musste ich mal wieder in dieses seltsame Haus. Ab da weiß ich nicht mehr so viel… Der Chef sagte, sie hätten mich noch geröntgt und das übel schmeckende Zeug vom Vortag sei nur bis zu einem ganz bestimmten, scharf abgetrennten Punkt in meinem Darm gewandert. Der sonst eigentlich ganz nette Tierarzt sagte, das sei nicht gut… Wenn es sein Hund wäre, würde er nun operieren. Operieren. Zum Glück wusste ich damals nicht, was das bedeutet. Ich schlief nach einem weiteren Pieks in meine Hinterbacken ein, in den Armen des Chefs. Das nächste, was ich weiß, ist, dass ich auf weichen Decken erwachte. Ganz allein. Hallo? Natürlich machte ich mich lautstark bemerkbar. Ich konnte den Chef hören und riechen – aber es dauerte noch ewig, bis er mich endlich in den Arm nahm.

Nix gefunden…

So ganz nebenbei: gefunden hatten sie offenbar nichts, kein Fremdkörper, keine Verschlingung, nur einen hochgradig entzündeten Darm. Ich litt aber natürlich trotzdem furchtbar. Ungefähr zwei Stunden lang. Dann gings mir wieder einigermaßen gut – und ich hatte HUNGER! Der Chef hatte gemeinerweise vorgesorgt und mir einen Anti-Fress-Maulkorb besorgt. Wie gemein von ihm. Übrigens bekomme ich das Ding in kürzester Zeit weg von meiner Nahrungsaufnahme-Einrichtung 😉 Aber ich bin ja nicht dumm und weiß genau: wenn ich etwas fressen sollte, was ich nicht soll, kommt das Ding wieder dran, der Chef ist da echt hartnäckig. Von daher: ich verkniff es mir… Meist. Der Chef sagte: „Der erste Maulkorb, der wirkt, wenn er in der Jackentasche bleibt“… Eine Woche ging es gut, dann musste ich aber leider meinen Mageninhalt wieder mal unter den Wohnzimmertisch entleeren. Ihr ahnt es: Besuche bei diesem komischen Haus, Tabletten (der Chef sagt Antibiotika dazu), Fressen und Leckerchen weiterhin streng reglementiert. Leckerchen gab es nur, wenn da diese Tabletten drin versteckt waren. Natürlich hab ich es gemerkt. Allerdings leider immer erst, wenn ich die winzigen Käsestückchen bereits heruntergeschluckt hatte… Ich musste da echt Prioritäten setzen: verhungern oder diese gut durchschaubaren Tricks des Chefs in Kauf nehmen.

Koffer packen? Gefahr! Einziges Gegenmittel: sofort in den Koffer legen!

Und dann packte der Chef einen Koffer. DER Grund für mich, dem Chef ab sofort nicht mehr von der Seite zu weichen. Koffer packen bedeutet immer: Irgendjemand aus dem Rudel verlässt die heimischen Gefilde. Da muss ich dann immer erhöht aufpassen, damit ich nicht vergessen werde! Sicherheitshalber setze ich mich dann gerne IN den Koffer. Hat auch dieses Mal geklappt, ich wurde mit in die Brummkiste gesetzt. Der Chef meinte, alles sei wieder gut. zum Glück ist er ja leicht zu beeindrucken. Und zum Glück bin ich ein Dackel (und damit von meinen schauspielerischen Fähigkeiten her) eigentlich grundsätzlich Oskar-nominiert): er glaubte mir, dass es mir wieder gut ging.

To be continued…

Wir waren im Urlaub! Trotz Allem! Und wir waren auch wieder beim Tierarzt… Wo? Lest ihr demnächst hier!

Das Hunde-Personal. Wer ist das denn so…?

Dackelwelpe mit Dackelblick

Wer oder was ist das eigentlich: ein Hundebesitzer? Ein Zweibein, das bisher hundelos seinen Alltag bestreiten musste und diesen Zustand nun geändert hat/ändern möchte. Natürlich ist dieser Mensch, einfach, weil er ein Mensch ist, immer der Meinung, dass er automatisch an Position 1 der Rudel-Rangfolge steht – dabei sagt doch der Begriff Personal schon ganz schön viel über den Rangstatus aus, oder? Nun, der Hundebesitzer wird ziemlich schnell lernen, dass wir Hunde bei der Festlegung der Rangfolge unsere Pfötchen mit in die Waagschale werfen!

Was gibt es denn nun für verschiedene Typen an Hunde-Personal? Zum Beispiel diese hier:

a) Der absolute Newbee
„Ist der nicht toll und süß und kuschelig? Und so hilflos. Ich kümmere mich um dich, kleiner Hund!“

Welpen, diese knuddeligen, süßen und noch unverdorbenen Wesen: für viele Menschen perfekt, um das zusammengesammelte Hundewissen anzuwenden, unverfälscht durch vorherige, fehlerbehaftete Erziehungsversuche durch offenbar völlig unfähige Menschen. Theoretisches Hundewissen ist quasi nebenbei erwerbbar, das ist jedem potentiellen Neuhundebesitzer sehr bewusst. Wissen, das in intensivem Überfliegen von diversen Zwei-Minuten-Videos zur Hundeerziehung eine selbstverständlich absolut stabile Grundlage bildet. Oft wird dieses Studium ja außerdem noch ergänzt durch das regelmäßige Lesen tiefgreifender Zwei-Zeilen-Statements in sozialen Netzwerken – zwar in einem anderen Zusammenhang, aber für die eigene Situation als nun als absolut passend angesehen.

Außerdem ist der Neu-Hundebesitzer selbstverständlich Mitglied in mindestens drei thematisch passenden Gruppen bei Facebook, folgt der passenden Liste bei Twitter und hat auch schon ca. 30 Fotos und Videos bei Instagram geliked. Eine zwischenzeitlich anerkannte Online-Ausbildung, die den Zweibeiner so bereits zu einem sozial anerkannten Experten auf dem Gebiet der angewandten Hundepsychologie macht.

Manchmal wird diese umfassende Ausbildung sogar noch durch altmodisch auf Papier gedruckte Bücher vervollständigt, die in schwindelerregender Anzahl dem Auge schmeichelnd nach Farbe des Covers sortiert das heimische Bücherregal schmücken. Schließlich weiß man ja, dass Online auch oft Unsinn erzählt wird. Wirklich wichtige Inhalte stehen vermutlich in diesen Büchern, die bei Gelegenheit auch ganz sicher zu Rate gezogen werden. Leider sind die Printprodukte meist so aufgebaut, dass das ganze Werk gelesen werden muss, um einen umfassenden Überblick zu bekommen. Ein echter Nachteil zu der ja auch umfassenden, meist kostenlosen und in appetitliche, praktische kleine Häppchen verpackten Online-Literatur!

Dackelwelpe Lucy – in blindem Vertrauen!

Falls das Zusammenleben mit dem Vierbeiner aus irgendeinem absurden Grund doch nicht klappen sollte, könnten diese Bücher dann immerhin als neuwertig in den entsprechenden Bereichen online zum Verkauf angeboten werden.

Erziehungstipps, die Erfolge in kurzer Zeit versprechen, ohne die offensichtlich grundlosen, dauernden Wiederholungen, werden bevorzugt berücksichtigt. Hunde sind schließlich intelligente Lebewesen. Diese dauernden Wiederholungen sind vermutlich nicht nur fürs Personal langweilig. Und ein Hund erkennt ja schließlich am Tonfall des Menschen, dass das leicht panisch klingende menschliche Gebrüll („Komm sofort her! Sofort! Hiiierher! Nein, nicht Richtung Autobahn rennen!“) diesmal echt ernst gemeint ist.

Und schließlich gibt es ja auch noch sogenannte Hundeschulen. Dafür muss man allerdings mit dem Vierbeiner tatsächlich dort vor Ort sein und Verhaltensweisen und sogar das eigene Wissen werden von fremden, unbeteiligten Menschen beurteilt. Zeittechnisch sind Hundeschulen übrigens echt kritisch, da hier eine nicht nur eine gewisse regelmäßige Anwesenheit erwünscht ist, sondern sogar noch zu Hause weiter geübt werden soll! Eigentlich ist das also eine bezahlte, aber unerwünschte Einmischung in die persönliche, perfekte Erziehungsstrategie des Menschen. Vermutlich reine Geldmacherei.
Und es soll auch schon direkte Ansprachen gegeben haben, die vermutlich tief in die menschliche Privatsphäre eingriffen: „das ist Mist, was du da mit dem Hund machst!“. Nur wenige Menschen möchten sich gerne so demütigen lassen – vor Allem, wenn der familieninterne Vierbeiner zuhört.

b) Typ: „Ich kenne Hunde schon ewig, meine Eltern hatten damals einen Hund, ich weiß, worauf ich mich einlasse!“
Dieser Mensch ist mit dem elterlichen Vierbeiner aufgewachsen, das ist zwar schon 20 Jahre her und der Zweibeiner selbst war auch nicht in Erziehung/Haltung eingebunden – aber hey: Das gilt doch als Hunde-Erfahrung, oder?

Ein Dackel-Welpe! Maxi hat Weintrauben gefressen, ist Treppen gelaufen und ist 16 Jahre alt geworden. Wir wussten es nicht besser. Maxi auch nicht.

Früher war ja eh alles anders. Und der Hund, der vor gut 30 Jahren das elterliche Haus mit bewohnte, war mit Sicherheit glücklich, schließlich ist er ziemlich alt geworden! Gestorben ist er an… Puh, das ist jetzt echt zu lange her. Keine Ahnung. Krank kann er nicht oft gewesen sein, er war ja so gut wie nie beim Tierarzt.
Dieser Hund ist immer Treppen gelaufen, ohne jemals einen Bandscheibenvorfall bekommen zu haben – das hätten wir Menschen doch bemerkt!
Dieser Hund hat immer die Reste der menschlichen Mahlzeiten, Schokolade und Weintrauben als Leckerchen bekommen, ohne Vergiftungserscheinungen zu zeigen.
Dieser Hund hat oft geschnappt (nicht gebissen – hallo, das ist doch ein Unterschied!), wenn man ihm sein Spielzeug oder Futter wegnehmen wollte und auf Befehle hat er sowieso immer eher schlecht reagiert. Lag aber wohl an der Rasse und der mangelnden Erziehung durch die Eltern. Hätte man selbst halt besser machen können, wenn man damals schon den Wissenstand von heute gehabt hätte.

Ein Hund ist ein Hund.

Gut, der Hund hatte meist ein paar Kilos zu viel, das Betteln war manchmal ein bisschen nervig, aber hey: damals hat man ja auch nicht so ein Bohei darum gemacht (zumindest wusste es niemand, denn digitale Netzwerke gab es ja noch nicht!).
Alleine bleiben war für den Hund natürlich kein Thema – irgendwer war schließlich immer zu Hause. Und Urlaub? War ebenfalls kein Problem, der Hund konnte entspannt zu Hause bleiben, die nette Nachbarin hat doch nach ihm geschaut, hat ihn gefüttert und war auch ab und zu mit ihm draußen. Bellen war im Einfamilienhaus auch kein Problem, die Nachbarn hatten doch schließlich auch alle einen Hund.
„Hunde sind tolle Haustiere – und so anspruchslos!“ sprach der Mensch, „Ich weiß das, ich kenne mich aus, bin schließlich mit einem Hund groß geworden!“

c) Typ: Der Mehrhundehalter.
„Ich habe doch schon einen Hund, ich kenne mich aus!“

Jede Hunderasse hat ihre Eigenheiten. Eine gewisse Grundbildung und ein grundsätzliches Verständnis ist in der Hundehaltung nie verkehrt und eigentlich obsolet. Darüber hinaus haben unterschiedliche Hunderassen unterschiedliche Bedürfnisse – und deshalb muss sich auch jemand, der sich prima mit der Haltung, Pflege und Erziehung von z.B. Pudeln auskennt, entsprechend weiterbilden, um einem Dackel auch ein erfülltes Hundeleben bieten zu können.

Klar, wir sind alle Hunde. Aber neben den Grundbedürfnissen haben wir alle unterschiedliche Anforderungen an unser Leben: wir möchten hüten, jagen oder aufpassen – oder eben nichts von alledem – auf jeden Fall möchten wir alle als Individuen wahrgenommen werden. Wenn rassetypische Bedürfnisse nicht erfüllt werden, ist Stress vorprogrammiert: für den menschlichen Halter, weil der Hund nicht ausgelastet ist und natürlich auch für den Vierbeiner. Stress für alle.
Und: einfach nur mal so: es gibt auch die Hunde, die in kein Schema passen möchten: der klassische Jagdhund, der aber eigentlich viel lieber ein Herdenschutzhund wäre; den typischen Familienhund, der kleine Kinder aber einfach nicht mag; den Laufhund, der eigentlich eher gemütlich ist…

d) Der herzgeprägte Hundebesitzer:
„Die armen Tierheim-Hunde. Nicht nur die in Deutschland, das ist natürlich auch schrecklich, nein, die in Russland, Ungarn oder überhaupt irgendwo anders. Die werden eingefangen und getötet, wenn wir sie nicht aufnehmen.“

Dieser spezielle Typ Hundebesitzer möchte in erster Linie sein eigenes Helfersyndrom befriedigen. Schließlich tut man ja etwas Gutes, wenn so eine geschundene Seele aus den schrecklichen Sheltern oder den deutschen Tierheimzwingern befreit wird. Wichtig ist für diesen Hundebesitzertyp, immer und sehr deutlich zu betonen, dass man schließlich das Tierleid auf dieser Welt verringern möchte. Daher werden die Welpenkäufer-Typen selbstverständlich als verantwortungslos angesehen. Außerdem erfordert so eine schon erwachsene Hundepersönlichkeit natürlich auch wesentlich mehr Erziehungsarbeit als ein noch unverdorbener Welpe.
(Bitte nicht falsch verstehen: zu der Situation in anderen Ländern kann und möchte ich nichts sagen. Ein Problem sind aber definitiv die Zweibeiner, die sich von markigen Texten und tollen Fotos findiger Vermittler ködern lassen und einen Hund aus dem Ausland adoptieren, weil sie der Meinung sind, damit etwas Gutes zu tun.)

Es gibt noch viel mehr Hundebesitzer-Typen! Zum Glück!

Hey, oft beginnt ein Zusammenleben mit einem der benannten (extremen) Typen – von der Beschreibung her offenbar zur Katastrophe verdammt – und alles wandelt sich dann trotzdem oder gerade deshalb zum perfekten Hundeleben! <3
Und natürlich ist das eine überspitzte Aufzählung – bitte lest meine Ausführungen mit einem Augenzwinkern! Am wichtigsten ist doch, dass auch die Zweibeiner mal über sich selbst lachen können. Wir Vierbeiner wissen ja, dass wir unser Personal meist nicht so ernst nehmen können.

Mein Platz an der Sonne. Noch Fragen…?

„Komm, wir gehen raus!“ Und was der Hund versteht:

Die tägliche große Runde ist (m)ein Highlight. Für den Dackel und auch für den angehängten Zweibeiner. Natürlich müssen die äußeren Bedingungen passen – dazu gibt es ja hier von Motte bereits ausführliche Handlungsempfehlungen für das Personal. Leider muss ich feststellen, dass sich mein Personal auch nach fast drei Jahren in diesem Punkt als relativ beratungsresistent herausgestellt hat.
Über die seltsamen Angewohnheiten meiner Menschen kann ich nach wie vor oft nur schmunzeln: „Komm, wir gehen raus!“. Welch verheißungsvolle Worte! Und was tut der Chef, unmittelbar nach Aussprache dieses tollen und erwarteten Satzes? Ich spoiler mal: nein, er zieht sich nicht Schuhe und Jacke an. Nein, er greift nicht sofort zu Halsband und Leine. Stattdessen zieht er sich in das Badezimmer der Wohnung zurück und sucht das stille Örtchen auf.

So wird das nie was mit der menschlichen Reviermarkierung…


Aber auf mich hört ja hier keiner. Amüsant finde ich, dass sich der Chef darüber lustig macht, dass ich auf diesen Spruch damit reagiere, dass ich mich mit aufforderndem und ermutigendem Dackelblick vor dem Klo postiere. Das alte Dilemma zwischen menschlichem BlaBla und der einfachen Erwartungshaltung der Zweibeiner. Dass ich bereits zwei Schritte weiter denke (wenn das hier erledigt ist, gehts endlich raus!) und dass das für einen Hund eine tolle Leistung ist, sieht und würdigt hier niemand. Aber das kenne ich ja.

Gut, der Chef hat also sein eigenes Geschäft erledigt, bevor wir draußen sind. Manchmal, und das muss ich neidlos zugeben, hat er damit echt Glück. Ich habe noch nie erlebt, dass es vor dem menschlichen Klo regnete. Nebenan, in der Dusche oder der Badewanne, sieht es da anders aus – aber da passt der zeitliche Zusammenhang nicht. Und markieren bringt in diesem Raum nichts außer Ärger mit den Zweibeinern, #füreuchgetestet.

Regeln sollten für alle gelten

Wenn ich also raus muss (und natürlich auch möchte!) und die äußeren Umstände nicht unbedingt zu meiner Stimmung beitragen, fällt mir gerne wieder ein, dass der Chef sich ja auch gerne innerhalb der warmen und trockenen Wohnung erleichtert. Und ich frage mich dann ernsthaft, warum das für mich Krummbein eigentlich nicht erlaubt ist. Wenn ich aber schon mal draußen bin, überkommt mich mein Bedürfnis nach Erleichterung immer – dackelunwürdiges Wetter hin oder her. ICH halte mich an die (menschen-bestellte) Regel: erleichtern nur draußen. Mein Wunsch nach der Aufenthaltsdauer draußen variiert aber deutlich, je nach den Wetterverhältnissen.

Geographie? Entfernungsmessung? Kein Problem für Dackel.

Der Chef behauptet gerne, ich hätte ein eingebautes Navi. Natürlich kenne ich unsere Standardwege. Auch bei dackelunwürdigen Wetterverhältnissen werde ich manchmal zu Wegen gezwungen, die ich selbst unter diesen Umständen niemals gehen würde. An jeder mir bekannten Abkürzungmöglichkeit frage ich daher natürlich nach, ob wir dieses Spektakel jetzt nicht beenden und den direkten (und kürzesten) Heimweg einschlagen können. Oft werde ich trotzdem weitergezwungen (Freilauf ohne Leine gibt es an solchen Tagen so gut wie nie, gemeinerweise. Sonst wäre ich mit Sicherheit der absolute und uneingeholte Sieger in dieser Disziplin).
Zum Glück bin ich ein geographisches Wunder (eine meiner geheimen Fähigkeiten). Ich lasse mich bis zu einem bestimmten Punkt ständig bitten, doch noch ein paar Schritte weiter zu gehen. Ab einem ganz bestimmten Punkt weiß ich aber genau, dass der Weg von hier aus nach Hause kürzer ist, als die bisher zurückgelegte Wegstrecke. Ab da bin ich natürlich vorne mit dabei und ziehe an der Leine meinen mitgeführten und offenbar ortsunkundigen Menschen in die einzig richtige Richtung.

Stichwort Leinenführigkeit und so

Ist übrigens auch nicht richtig, wenn ich nach den unbedachten Äußerungen des Chefs gehen würde. Egal. Hauptsache für mich: wir sind wieder schnell zu Hause, Ich habe mein Revier markiert, mich erleichtert, meinen in Menschenaugen so wichtigen Auslauf gehabt. Und kann endlich meinen nassen Unterbau zum Trocknen auf dem Sofa unter Kuscheldecke parken. (Ist dann übrigens auch wieder nicht personal-konform – interessiert mich aber in diesem Moment nicht wirklich. Wenn hier jemand Grund zum meckern hätte, bin das ja wohl ICH.) Oder?
Alternativ muss ich mich trocken- und warmspielen. Und erwarte selbstverständlich eine ausufernde Spielsession – hängt von meiner Stimmung ab. Zum Glück habe ich mein Personal im Griff und auf meine Wünsche wird eingegangen. Egal, ob trocknen oder wilde Spiele: der Dackel gewinnt. Und das ist die Hauptsache, oder?