Krumme Beine – Als Dackel hat man´s auch nicht leicht

Die Erinnerung ist ein Fenster, durch das ich Dich sehen kann, wann immer ich will.

Das zweite Buch von und über Motte ist fertig! Manchmal ist schwer, sich Erinnerungen zu stellen; in diesem Fall hat es mir als Chef geholfen, mit dem Verlust umzugehen und wieder großen Spaß gemacht, Mottes Erlebnisse und (vermeintliche) Gedanken aufzuschreiben.

Bestellen könnt Ihr das Buch, wie auch das erste, bei Onlinediensten, in den meisten Buchhandlungen oder direkt beim BoD-Buchshop.

„Krumme Beine – Als Dackel hat man´s auch nicht leicht“
Anette Höhnke
ISBN: 978-3752809831

Der Chef und das Personal hoffen, dass Ihr auch Freude an Mottes Geschichten habt!

Für Motte – im Herzen für immer bei uns.

 

 

Nahrungsbeschaffung – macht ein Dackel selbst

Eines der wichtigsten Merkmale eines Dackels: die Fähigkeit der selbstständigen Denkens. Wir könnten durchaus auch für uns selbst sorgen, wenn wir uns nicht dauernd um die Zweibeiner kümmern müssten, die mit uns in unserem Haushalt leben. Ich studiere ja nun schon seit gut acht Monaten aktiv Zweibeinerismus und muss feststellen, dass sich dieses Studium glatt zu einer lebenslangen Aufgabe auswachsen könnte.

Der Chef wird ja nicht müde, zu betonen, dass er Dackel so sehr liebt, weil sie eigenständig denken. Auf der anderen Seite scheint er doch häufig so überrascht, wenn ich ihm beweise, dass ich genau diese von ihm doch so geliebte Dackel-Eigenschaft jetzt schon in Perfektion beherrsche…
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Entschleunigen ist wichtig: für den Chef

Der Chef sagt, nun kommt eine Zeit, in der wir alle entschleunigen können, sollen und müssen. Aha. Vielleicht hat er deshalb in den letzten Wochen so ungewohnt viel Stress verbreitet? Damit er diese geheimnisvolle Zeit nun besser würdigen kann? Ich bin gespannt, lasse mich von der in der Luft liegenden Aufregung anstecken und bereit für diese kommenden, offenbar überaus spannenden Tage.

Angeblich bin ich ja nicht ganz unschuldig daran, dass der Chef zuletzt plötzlich noch einmal furchtbar hektisch wurde. Ob es etwas mit dem Paket zu tun hat, das eines Tages mitten im Flur stand und das ich ausgiebig untersucht habe, als ich wieder mal „nur ganz kurz“ alleine zurück gelassen wurde…? Woher sollte ich wissen, ob der Chef auch dieses Mal zu mir zurückkommen würde? Ich sah ihn durch die Tür verschwinden, ohne mich; war doch plötzlich ganz allein, verzweifelt  und offenbar wieder mal von meinem Rudel verlassen worden. Das passiert leider öfter – und bisher sind die Zweibeiner zum Glück immer zurück gekommen. Eine Garantie, dass das immer so ist, habe ich aber ja nicht… Und weil es bisher erst 457mal gut gegangen ist – kann ich mich doch nicht darauf verlassen, dass es auch beim 458en Mal klappt…

Also habe ich natürlich das getan, was ich wirklich gut getan: ich habe mir selbst geholfen und zunächst dieses geheimnisvolle Paket auf mögliche Nahrung untersucht, um aktiv meinem vermutlich drohenden Hungertod entgegenzutreten. 

Gut, das Zerreißen dieser Pappe hat unerwartet großen Spaß gemacht – da war es eigentlich auch gar nicht so schlimm, dass der Inhalt sich als nicht nahrhaft herausstellte. Da ich natürlich aber die Schmackhaftigkeit testen musste, hat der Inhalt des Pakets  nun ein bisschen angefranste Ärmel. Woher sollte ich auch wissen, dass dieses Ding, das so geruchsneutral und echt aufwändig verpackt war, nur ein langweiliger Pullover war? 

Ich finds nicht so schlimm, ich hab ja sofort aufgehört, daran herumzukauen, als ich merkte, dass das nur eins von diesen unspektakulären Dingen war, die sich die Zweibeiner so gerne überziehen. Die paar jetzt losen Fäden kann man doch einfach abschneiden. Die Reaktion des unerwartet zurückkehrenden Chefs fand ich jedenfalls, wie so oft, völlig überzogen. Als ich den Schlüssel in der Tür hörte und realisierte, dass ich offenbar doch nicht endgültig verlassen wurde, freute ich mich so sehr, dass ich sogar ein paar Tröpfchen Pippi verlor. Warum sich der Chef nun darüber wieder erregen musste und hektisch nach einem Handtuch suchte,  ist mir nicht ganz klar – meine letzte Runde draußen war schließlich schon bestimmt zehn Minuten her – und große Emotionen fordern nun mal ihren Tribut.

Aber das war noch nichts im Vergleich zu dem, wie ich finde, viel zu lauten Blabla, das dann folgte, als der Chef meine in mühsamer und äußerst effektiver Arbeit von mir hergestellten Schnipsel sah…

Was auch immer jetzt für eine geheimnisvolle Zeit der Ruhe kommen soll, ich hoffe, dass der Chef sie nutzt und genießt – er scheint sie nötig zu haben…

Zum Glück scheint der Chef ein echt schlechtes Gedächtnis und ein ebensolches Gewissen zu haben (irgendwie gab er sich selbst die Schuld an dem zerstörten Paket, dabei hatte er doch gar nicht mitgespielt…): denn nur kurze Zeit und so ein, zwei treue Blicke vor mir später haben wir beide dann auf dem Sofa gekuschelt.  Zweibeiner sind echt anstrengend und schwer zu verstehen – aber ich mag sie sehr. Vor Allem meine eigenen. 

In diesem Sinne:  entschleunigt Eure Zweibeiner – ich glaube nämlich, die kommenden Tage könnten für uns Vierbeiner noch sehr aufregend werden!

Dackel-Erkenntnis der Woche: ich habe einen Doppelgänger!

Ich habe einen Doppelgänger – und der wohnt offenbar direkt in meiner Nachbarschaft! Oft, wenn ich raus gehe und meinen Blick in die Runde schweifen lasse, kann ich ihn entdecken. Ich sehe ihn häufig im Haus nebenan und manchmal sogar durch die Glasscheibe unserer Eingangstür, er will aber nie mit mir spielen und wenn ich drinnen nachschauen gehe, ist er weg… Sogar im Büro habe ich ihn schon gesehen, direkt hinter dem großen Fenster, aus dem ich sonst so gerne hinausschaue.

Manchmal habe ich den Eindruck, er macht sich über mich lustig: er ahmt jede meiner Bewegungen nach, gibt aber keinen Ton von sich…

Heute habe ich ihn wieder gesehen. Eigentlich wollte ich diese seltsamen roten Dinger untersuchen (der Chef nannte sie Luftballons). Und dann sah ich ihn – meinen Doppelgänger!

Der Chef war so nett und hat diese Nervensäge endlich mal gefilmt. Damit nicht immer alle sagen, den gäbe es gar nicht: hier sieht man ihn doch ganz deutlich! Ich habe mich noch länger mit ihm beschäftigt und ihn sogar mal angebellt – davon gibt es aber keine Filmaufnahmen mehr, der Chef hatte offenbar plötzlich auftretendes Bauchweh und krümmte sich, aus seinen Augen tropfte Wasser und er bekam kein vernünftiges BlaBla mehr heraus… Eigentlich sah er ja ganz fröhlich aus, warum er aber so lachte, hab ich nicht verstanden…

Danach half nur noch eine kleine Siesta in der Sonne. Dauernd muss ich über so viele Dinge in Ruhe nachdenken… Heute über meine Erkenntnis der Woche: ich habe einen Doppelgänger.