Dackel on tour: Berlin, Teil 2

Dackel in Tragetasche


Morgens. Aufwachen, Pippimachen, Zeitunglesen und fressen. Wie jeden Morgen. Ich stelle ja keine hohen Ansprüche. Aber Pippimachen in einer Gegend, wo es kaum Grünflächen gibt: das stellte mich nun doch vor eine Herausforderung (bäh, wenns spritzt, mag ich nicht „müssen“…). Und irgendwie fehlten mir auch an diesem Morgen mal wieder meine liebgewonnenen Rituale. Mal ganz abgesehen von der Unruhe vor der Zimmertür: dauernd hörte ich Zweibeiner, die unberechtigterweise an dieser meiner Tür vorbei gingen. Zur Ruhe kommen fällt schwer, wenn dackel dauernd aufpassen muss. Und auch, wenn es sehr schön war, des nachts abwechselnd beim großen Chef und beim kleinen Chef unter die Bettdecke zu krabbeln: so richtig richtig war das ja nicht.

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Der Chef hat das Wetter kaputt gemacht…

Ich bin ja eigentlich überhaupt nicht anspruchsvoll, was das Wetter draußen angeht. Ein paar klitzekleine Voraussetzungen müssen halt erfüllt sein, damit dackel gut gelaunt, freudig erregt und energiegeladen die Ausflüge in die weite Welt genießen kann. Da verlange ich doch wirklich nicht viel, finde ich. Leider habe ich aber ganz oft Grund, unzufrieden zu sein. Heute zum Beispiel. Warum der Chef sich um dieses Thema nicht anständig kümmert, ist und bleibt mir ein Rätsel. Sonst besteht er doch immer darauf, alles in seine beiden Hände zu nehmen und seinen menschlichen Dickkopf durchzusetzen, statt einfach mal meinen vier Pfoten und meinem intelligenten Dackelhirn die Entscheidungsgewalt zu überlassen. Ich sehe ja so oft, was dabei rumkommt, wenn der Chef Entscheidungen alleine trifft: die Ergebnisse sind aus Dackelsicht sehr oft definitiv noch ausbaufähig. Er sieht das natürlich (immer!) völlig anders – das ist ein weiteres Symptom einer weit verbreiteten Zweibeinerkrankheit, da bin ich mir mittlerweile sicher. Ich nenne es:

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Happy Birthday, liebe Lucy!

Heute schreibt der Chef. Denn: sich selbst gratulieren ist ja irgendwie doof – und außerdem hat Lucy auch gar keine Zeit…

Heute vor einem Jahr geschah etwas, was unser Leben auf den Kopf stellen sollte – auch, wenn wir Zweibeiner damals die Bedeutung dieses schicksalsträchtigen Tags noch nicht erahnten. Nicht weit von uns entfernt erblickten kleine Krummbeine am 21.04.2018 das Licht der Welt – eins davon warst du: Lucy. Die kleinste und zierlichste im Wurf, aber von Anfang an mit einem immensen Lebenswillen. Auch, wenn du damals etwas mehr Aufmerksamkeit brauchtest als deine Geschwister: du lerntest schnell, den Sonderstatus für dich zu nutzen. Als Prinzessin des Rudels wickeltest du den zweibeinigen Chef dort mühelos um deine kleine Pfote und kuscheltest dich in die Herzen. Deinen Platz im Rudel fandst du schnell – denn auch wenn du klein und zart warst: du hast ein Löwenherz!

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