Ich muss mal…: jedes Mal eine neue Herausforderung für uns Hunde!

Dackel / Hund schaut aufmerksam

Ein ernstes Thema: der richtige Platz! Nein, ich meine nicht den perfekten Platz für ein Nickerchen oder die mir bekannte Unfähigkeit des Chefs, die Decken in seinem Bett so zu platzieren, dass eine Dackelprinzessin auf Anhieb den perfekten Ruheplatz findet. Ich meine die anstrengende, sich täglich wiederholende Suche nach dem optimalen Platz für mein großes Geschäft. Selbstverständlich weiß ich, dass eine Erleichterung bringende Entleerung von Hundedarm und -blase in der Wohnung von meinen Zweibeinern nicht erwünscht ist. Ich versteh zwar den Grund nicht ganz – aber gut, ich habe die Diskussionen zu diesem Thema dann doch recht schnell aufgegeben. Konsequenz ist zwar definitiv kein Charaktermerkmal, das ich meinen zweibeinigen Rudelkollegen zuordnen würde, aber in diesem Punkt muss ich echt mal den Hut ziehen – da hatte selbst mein Dackeldickkopf keine Chance.

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Der Dackel: einzig, nicht artig? Oder doch einzigartig?

Der Chef sagt oft: ich sei einzig, aber nicht artig. Und dickköpfig. Was natürlich überhaupt ungeheure Behauptungen sind! Ich folge einfach anderen Regeln als er (nämlich meinen) – da bin ich aber dann auch sehr konsequent, ganz im Gegenteil zu ihm.

Optisch einzigartig bin ich aber auf jeden Fall: hat die Natur mir doch eine kleine Stehmähne mitgegeben.
Früher hat der Chef zu fragenden Mitzweibeinern oft mit einem Augenzwinkern gesagt, das sei ein Ridgeback-Zeichen. Nach diversen fassungslosen Blicken hat er das aber aufgegeben und bleibt nun lieber beim harmlosen Stehmähne-Begriff.

Die Stehmähne hatte ich schon als Baby

Auf jeden Fall ist das mein für alle sichtbares, unverkennbares, einzigartiges Merkmal. Und das, was der Chef stur nennt, ist nichts anderes als ein fester Willen und gelebte Dackel-Konsequenz.

Neulich hat ein beim Spaziergang getroffener Zweibeiner, der sich ungefragt als Züchter echter Rauhhaardackel outete, über meine Stehmähne gemeckert: das sei ein Fellfehler. Und mein Fell sei überhaupt insgesamt zu glatt, aber immerhin hätte ich einen leichten Bart. Und dass ich auf ein leises hier zum Chef gesprintet sei, ohne diese Bitte zu hinterfragen, sei ebenfalls rasseuntypisch.

Der Chef hat gelacht (und nicht verraten, dass mein Gehorsam nur den köstlichen Stückchen Harzer Käse in seiner Jackentasche geschuldet war und sonst nicht unbedingt selbstverständlich ist) und geantwortet: „Nach Züchterkriterien und Rassestandards ist Lucy vielleicht nicht in einer bestimmten Norm. Dafür ist sie aber mein perfekter Dackel.“ Und dann sind wir gemeinsam über die Wiese getobt und haben den älteren Herrn einfach stehen lassen!

Ich bin eben doch einzigartig. Für den Chef und mein menschliches Rudel auf jeden Fall.

Nachts sind alle Dackel grau…

Seit heute genau 506 Tagen erziehe ich nun schon mein Personal (auch wenn dieses immer noch der Meinung ist, es sei umgekehrt…). Tagsüber ist es ein immerwährender kleiner Machtkampf – mit deutlicher Erfolgsquote bei mir, finde ich. Aber des nachts habe ich freie Bahn. Ein kleiner Tipp für euch Krummbein-Kollegen dort draußen: Nachts ist das Personal sehr oft einfach wehrlos. Menschliches Schlafbedürfnis setzt sämtliche (für uns Hunde unangenehme oder lästige) Regeln erfahrungsgemäß außer Kraft.

Mein kleiner, mittlerweile echt langer Nachwuchschef ist nur noch am Wochenende bei uns. Erschwert mir dessen Erziehung etwas – er bekommt dann eben in kurzer Zeit eine konzentrierte Ladung Verhaltensregeln ab – und ich eine gehörige Portion Dauerkuscheln. Zum Glück habe ich ein offenbar gutes Fundament geschaffen: ich liebe den Satz: „Aber schau, ich bin doch nicht mehr so oft hier – heute darf Lucy das mal…!“.

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