Der Dackel: einzig, nicht artig? Oder doch einzigartig?

Der Chef sagt oft: ich sei einzig, aber nicht artig. Und dickköpfig. Was natürlich überhaupt ungeheure Behauptungen sind! Ich folge einfach anderen Regeln als er (nämlich meinen) – da bin ich aber dann auch sehr konsequent, ganz im Gegenteil zu ihm.

Optisch einzigartig bin ich aber auf jeden Fall: hat die Natur mir doch eine kleine Stehmähne mitgegeben.
Früher hat der Chef zu fragenden Mitzweibeinern oft mit einem Augenzwinkern gesagt, das sei ein Ridgeback-Zeichen. Nach diversen fassungslosen Blicken hat er das aber aufgegeben und bleibt nun lieber beim harmlosen Stehmähne-Begriff.

Die Stehmähne hatte ich schon als Baby

Auf jeden Fall ist das mein für alle sichtbares, unverkennbares, einzigartiges Merkmal. Und das, was der Chef stur nennt, ist nichts anderes als ein fester Willen und gelebte Dackel-Konsequenz.

Neulich hat ein beim Spaziergang getroffener Zweibeiner, der sich ungefragt als Züchter echter Rauhhaardackel outete, über meine Stehmähne gemeckert: das sei ein Fellfehler. Und mein Fell sei überhaupt insgesamt zu glatt, aber immerhin hätte ich einen leichten Bart. Und dass ich auf ein leises hier zum Chef gesprintet sei, ohne diese Bitte zu hinterfragen, sei ebenfalls rasseuntypisch.

Der Chef hat gelacht (und nicht verraten, dass mein Gehorsam nur den köstlichen Stückchen Harzer Käse in seiner Jackentasche geschuldet war und sonst nicht unbedingt selbstverständlich ist) und geantwortet: “Nach Züchterkriterien und Rassestandards ist Lucy vielleicht nicht in einer bestimmten Norm. Dafür ist sie aber mein perfekter Dackel.” Und dann sind wir gemeinsam über die Wiese getobt und haben den älteren Herrn einfach stehen lassen!

Ich bin eben doch einzigartig. Für den Chef und mein menschliches Rudel auf jeden Fall.