Shoppen oder Einkaufen, egal: beides toll

Shoppen: dieses neumodische Wort bedeutet offenbar für die meisten mir bekannten weiblichen Zweibeiner, Geschäfte zu betreten, um „nur mal zu gucken“  und dann doch fast immer auch etwas zu kaufen. Ich habe den Verdacht, dass der Chef oft ohne mich „shoppen“ geht. Gemein, finde ich, denn ich finde Geschäfte doch auch toll! Shoppen ist übrigens offenbar etwas ganz Anderes als einkaufen (auch wenn im Endeffekt beide Worte irgendwie wohl doch das Gleiche bedeuten…). Gut, ich bin ein Weib, ein Dackel-Weib – und, wie jeder weiß, liegt eine gewisse Affinität zum „Das muss ich haben!“ den meisten weiblichen Wesen aus irgendeinem Grund im Blut.

Die Menschen mit ihren vielen Worten… Der Chef geht regelmäßig „einkaufen“, da darf ich aber nie mit.

Trotzdem mag ich auch das und warte geduldig zu Hause, bis ich die Rollen vom Einkaufsmonster (dem Trolli) wieder vor dem Haus höre. Denn auch, wenn ich nicht mit darf: in dem Ding, das leer das Haus verlassen hat, sind überraschenderweise bei der Rückkehr immer viele Dinge – und eigentlich fällt beim anschließenden Auspacken immer etwas für mich ab: ob es nun eine Tüte Hunde-Leckerchen ist, die der Chef mal testen möchte (hallo? Der Chef? ICH teste Leckerchen…!) oder vielleicht doch köstliche Fleischwurst, Joghurt oder gar Käse, die ihren Weg selten unangetastet in den Kühlschrank finden. Ich finde es toll, wenn der Chef einkaufen geht (die Nachwuchs-Chefs übrigens auch!).

Manchmal darf ich mit – ob das dann eher shoppen oder einkaufen genannt wird, weiß ich nicht und es ist mir auch egal… Aber ich weiß genau: wenn wir ein Geschäft betreten (egal welches!), richten sich alle Augen auf mich: den kleinen, süßen Dackel mit dem Rolli. Sobald wir vom normalen Weg abbiegen und auf einen Wink des Chefs in ein Ladenlokal einbiegen, sind alle meine Sinne geschärft. Ich höre dann auch das leiseste „Oh, schau mal, der arme Hund…“ und begrüße mit ausgesuchter Freundlichkeit alle Anwesenden und mich zur Kenntnis nehmenden Menschen. Freundlichkeit den Zweibeinern gegenüber zahlt sich häufig für mich in Leckerchen (es gibt so viele Menschen, die Leckereien in ihren Jackentaschen haben und sie mir schneller ins Mäulchen drücken, als ich oder der Chef schauen können – sehr zum mir unverständlichen Ärgernis des Chefs…) oder in Streicheleinheiten aus, das habe ich schnell gelernt!

Zum Glück kenne mich in vielen Geschäften in der Umgebung bereits aus: die wahre, bedeutsame und leckere Quelle muss immer irgendwo hinter der Ladentheke sein. Also wende ich mich schnell dem Main Point in jedem Geschäft zu. Was auch immer der Chef in diesen Läden besorgen muss: ich weiß genau, dass ein offenbar unerschöpflicher Vorrat an leckeren Dingen fast immer hinter der Ladentheke versteckt ist – und daher bekommt die Person, die dort steht, auch immer meine ganz besondere und volle Aufmerksamkeit.

Mein persönliches Highlight war ein für mich völlig langweiliger Laden, in dem der dortige Zweibeiner mich zunächst kraulte und sich währenddessen vom Chef meine Lebensgeschichte erzählen ließ (das Blabla kenne ich mittlerweile zur Genüge, da höre ich schon gar nicht mehr zu…) und dann plötzlich im hinteren Bereich des Ladens verschwand. Das Zweibein kam dann mit einer Scheibe Fleischwurst für mich zurück (ich liebe Fleischwurst!), die es offenbar von seinem Frühstücksbrötchen geklaubt hatte. Ich selbst bekomme immer Ärger, wenn ich Belag von Brötchen entferne (gut, die sind auch meistens nicht für mich bestimmt – aber ganz ehrlich: muss ich das wissen…?). 

Durch einen kurzen Seitenblick auf den Chef holte ich mir schnell sein (lästiges und an sich für mich völlig überflüssiges Einverständnis – aber manche Dinge lerne halt auch ich…) und verschlang die Köstlichkeit. Ein tolles Geschäft, in das wir gerne wieder mal shoppen gehen könnten!

Ich find shoppen gehen toll! Das muss ich haben… 

Manchmal gehen der Chef und ich gemeinsam in ein sehr großes Geschäft. Dort gibt es einen Einkaufswagen, der mit einer Decke ausgelegt ist. Manchmal, wenn dieser spezielle Einkaufswagen (mit dem Schild: „Für Ihre Vierbeiner“) nicht an dem erwarteten Platz steht, bekommen wir an der Infotheke (eine Ladentheke!) eine extra Decke und natürlich ein Leckerchen. Also ich bekomme das Leckerchen, der Chef bekommt die Decke, die er dann in einen „normalen“ Einkaufswagen legt und mich hineinsetzt. Und dann rollen wir gemeinsam ins Hundeparadies. Kauknochen, Leckerchen, Spielzeuge, fremde, aber tolle Gerüche und viele Menschen: ich liebe diesen Laden, den ich aus meiner ungewohnt hohen und dennoch geschützten Perspektive in Ruhe sichten kann! Jeder, der mich in meinem Shopping-Mobil sieht, hat ein paar nette Worte für mich, streichelt mich vielleicht sogar. Und ich bekomme auf jeden Fall die mir gebührende Aufmerksamkeit, ohne etwas Besonderes dafür tun zu müssen – freundlich und lieb schauen reichen schon! Perfekt. Die Dinge, die der Chef in den Wagen legt, sind manchmal langweilig (was soll ich mit einer Glühbirne oder mit Schrauben tun, außer, die Verpackung in Windeseile zu schreddern…?). Aber irgendwann kommt er, der wirklich dackel-interessante Teil unseres Shopping-Trips: Denn dann weiß ich ganz genau: ab jetzt ist alles, was im Wagen landet, nur für mich und für kurze Zeit in meiner selbstbestimmten Reichweite!  

Motte im Einkaufswagen des Baumarkts

Gut, an der Kasse muss ich dann jedesmal mit dem Chef diskutieren. Denn die köstlichen Dinge verschwinden gemeinerweise wieder (kurz) aus meinem Shopping-Mobil. Selbstverständlich behalte ich sie im Blick – aber sie sind für mich eben plötzlich wieder mal nur noch sicht- und riech- , aber ansonsten unerreichbar… Ein abgrundtief trauriger Dackelblick in Richtung des Zweibeiners, der auf der anderen Seite des Einkaufswagens sitzt, wirkt aber immer Wunder: alles findet schnell wieder seinen Weg zurück zu mir. Und niemand schimpft über angesabberte Tüten oder zerrissene Verpackungen.

Ich werde wieder mal bestätigt: der Dackelblick wirkt tatsächlich immer! Wusste ich doch und fühle mich bestätigt: er wirkt auch außerhalb des Rudels.

 

Zum Thema einkaufen, shoppen und daraus Dackelvorteile generieren hab ich noch viel mehr zu erzählen – demnächst!

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