Mit Hund auf Kurztrip in Berlin

Dackel in Tragetasche

Mit dem Hund auf Städtetour? Ein Kurztrip in die Hauptstadt Berlin mit Dackel? Klar ist das möglich. Das Programm muss halt hundetechnisch angepasst werden. Und damit der Dackel bei den erwarteten vielen Menschen unter die Füße kam, gab es für mich eine extra angeschaffte Tragetasche. Ich war ja noch jung, klein und leicht – und mit meinen (damals) knapp 4 Kilo konnte ich mich wunderbar vom Chef tragen lassen.

Nach einer gefühlt unendlich langen Autofahrt (natürlich mit vielen Stopps an Autobahnraststätten und dem obligatorischen „Lucy, mach mal schnell Pippi!“) kamen wir dann an. In Berlin, sagte der Chef. Ob Berlin oder eine andere Stadt, war mir eigentlich herzlich egal. Spannend fand ich den Park, in den der Chef mich nun lotste und die magischen Worte sprach: „Dackeltime!“ Kinder, es roch dort völlig neu – und diesmal musste mich niemand zum Pippimachen überreden. So viele Büsche und Bäume, die von mir unbedingt als meins markiert werden mussten. So definiert man positiven Stress. Zum Glück war ich ausgeruht und energiegeladen.

Willkommen in Berlin – ein Kurztrip mit Hund

Ich bemerkte sehr wohl, dass der Nachwuchschef irgendwie ein wenig enttäuscht zu sein schien. „Berlin? Hauptstadt? Hier ist es ja dörflicher und grüner als in dem Städtchen, in dem wir leben…“ Der Chef grinste nur wissend. Warum, war mir da noch nicht ganz klar. Ich fands prima dort in diesem Park. Und außerdem stand mein großer Spaziergang ja schließlich seit Ewigkeiten aus. Leider musste ich dann aber nach gerade mal knapp einer Stunde Büsche untersuchen schon wieder in die kleine Brummkiste einsteigen. Ich ahnte schon: Irgendwie war alles anders, dieses Berlin schien meine gewohnten Rituale weiterhin völlig durcheinander zu bringen. Nach einer diesmal wirklich kurzen Autofahrt kamen wir im Hotel an.

Nach einem schnellen Stopp zum Einchecken erkundeten der Chef, der Nachwuchs-Chef und ich, der Hund, zu Fuß die Umgebung. Endlich, dachte ich. Spazierengehen. Leider war dieser Spaziergang nicht so, wie ich es erwartete, denn wir liefen die ganze Zeit durch Wohngebiete, ich musste an der kurzen Leine bleiben und es gab einfach unfassbar viele, laute Autos. Endlich erreichten wir das Charlottenburger Schloss. Hinein gingen wir nicht, ich war ja dabei – und Hunde sind dort drin nicht erlaubt. War aber nicht schlimm, sagten die Zweibeiner, das wussten sie vorher. Wir schauten uns also das Schloss von außen an – und allein das war schon sehr beeindruckend. Selbst für mich. Und dann kam mein Highlight: der Schlossgarten. Endlich mal wieder was grünes!

Die Zweibeiner suchten sich eine kleine Pizzeria. An mich dachte offenbar wieder mal niemand – ich musste hungern, ich armer Hund. Zum Glück fiel dem Nachwuchschef zufällig und aus Versehen ein Stück Lachs herunter. So war ich wenigstens noch in der Lage, den Weg zurück zum Hotel zu laufen. Im Regen! Ja, es regnete in Berlin. Meine Stimmung sank. Im Hotel angekommen gab es dann für mich erstmal eine Abrubbel-Aktion und endlich etwas zu fressen. Zum Kuscheln zog ich mich dann auf den Schoß des Nachwuchs-Chefs zurück. Gut, der kleine Chef murmelte was von „Super, wenn der Dackel nass ist und müffelt, kommt er zu mir…“, aber ich ignorierte den vermeintlich genervten Tonfall geflissentlich. Schließlich war es ja auch für den jungen Zweibeiner ein anstrengender Tag gewesen. Da half nur eine große Portion Dackel-Intensiv-Kuscheln, dessen war ich mir sicher.

Das Hotel

Das Hotel war das Queens Park Hotel (Affiliate-Link). Ich als Hund durfte zwar nicht mit in den Frühstücksraum, aber die Übernachtung war wirklich okay. Zwar in der Stadt, aber überraschend ruhig. Hunde erlaubt! Der Chef sagte, das Frühstück sei lecker und völlig in Ordnung gewesen, der Parkplatz fürs Auto war kostenlos und der Preis war absolut passend. Empfehlen wir gerne weiter!

Sightseeing mit dem Hop-on-hop-off-Bus – perfekt für den Kurztrip mit Hund

Am nächsten Morgen sollte ich nach einem kurzen Spaziergang in ein Ungetüm einsteigen, eine Maxi-Riesen-Brummkiste: Der Chef nannte es „Sightseeing-Bus“ (wir fuhren mit Bussen der City Tour Berlin, der Chef musste für mich nichts extra zahlen und ich war gerne gesehen!). Das waren wirklich Tage voller Überraschungen. Ich fand mich aber recht schnell mit der neuen Situation ab, denn gefahren werden und dabei abwechselnd beim Chef und beim Nachwuchschef auf dem Schoß sitzen und aus dem Fenster schauen: das hat schon was. Zunächst war das nicht viel anders als die Brummkiste des Chefs – mit dem Unterschied, dass ich endlich auch mal auf seinen Schoß krabbeln durfte.

KaDeWe, Gedächtniskirche und eine Pause für den Hund

Gedächtniskirche in Berlin aus der Dackelperspektive. Städtetour aus Hunde-Sicht
Gedächtniskirche in Berlin aus der Dackelperspektive
Städtetour-Pause in Berlin beim KaDeWe für den Hund
Hunde-Pause in Berlin in der Nähe des KaDeWe in der Tragetasche

Wir fuhren auch gar nicht lange, dann verließen wir diesen Bus wieder. Und sofort war es wieder laut, wuselig und voller Menschen! Ein paar Meter gingen wir und ich sah außer unglaublich vielen Autos und Menschen nur noch Beton. Alles für mich als Hund eher unspannend. Dann beschloss der Chef aber zum Glück, erstmal gemütlich einen Kaffee in der Sonne zu trinken. Ich zog mich in die nun aufgeklappte praktische Tragetasche (Affiliate-Link) zurück und genoss die warme berliner Sonne – während der kleine Chef ohne uns ein riesengroßes Kaufhaus (das KaDeWe) besuchte. Sollte er mal machen. Mein Platz war genial! Gut, ich habe doch tatsächlich nichts von diesem wundervollen duftenden Himbeertörtchen abbekommen, als wir wieder komplett waren – und laut des kleinen Chefs war das das beste (und teuerste) Himbeertörtchen, das er jemals in seinem Leben gekostet hatte. Vielleicht durfte ich deshalb nicht probieren? Gemein.

Dann war die kleine Pause vorbei – und wir stiegen wieder in einen Sightseeing-Bus ein. Diesmal war es noch spannender als vorher, denn dieses Dings hatte oben gar kein Dach! So viele unbekannte Gerüche – und rausschauen: wie gut, dass ich gleich zwei Schöße zur Auswahl hatte, auf die ich krabbeln konnte. Und endlich mal ein Platz, von dem ich auf die Zweibeiner herabschauen konnte – meiner gefühlten Größe und Überlegenheit durchaus angemessen. Können wir öfter machen. Verursacht ziemlich viele Eindrücke für einen Hund, so ein Kurztrip nach Berlin, da war ich für jede Pause dankbar.

Potsdamer Platz und Unter den Linden

Ab und zu stiegen wir aus und wagten uns ins Getümmel. Zum Glück hatte der Chef mitgedacht und für mich mein eigenes, kleines Refugium mitgebracht: meine eigene, kleine Tasche (wenn du auch so eine tolle Tasche haben möchtest, kannst du sie z.B. über diesen Link bestellen. Wir bekommen dann eine kleine Provision dafür, für dich ändert sich nichts am Preis). So viele Füße – und die dazugehörigen Menschen schauten alle nicht auf den bodennahen Dackel. In der Tasche (Affiliate-Link zu Amazon) war ich sicher – und schon wieder in erhöhter Position. Da könnte ich mich glatt dran gewöhnen.

Der Dackel am Potsdamer Platz in Berlin in der Tragetasche. Praktisch und sicher für den kleinen Hund, wenn viele Menschen um uns herum sind.
Der Dackel am Potsdamer Platz in Berlin in der Tragetasche. Praktisch und sicher, wenn viele Menschen um uns herum sind.
Ein Bus ohne Dach! Sightseeing für den Hund bei unserer Städtetour in Berlin
Ein Bus ohne Dach! Sightseeing für den Hund

Sonst fand ich es eher langweilig – Häuser ohne Ende (mal mehr, mal weniger kaputt), unfassbar viele Zweibeiner und Autos. Mein hervorragender Trainingsstand im Power-Napping zahlte sich hier echt mal aus. Kurz mal abschalten und schlafen – um dann sofort wieder voll da zu sein.

Brandenburger Tor, Reichstag und Zoologischer Garten

Das Brandenburger Tor in Berlin
Das Brandenburger Tor in Berlin

Warum an einem langweiligen, zugegeben riesigen Tor – dem Namen nach offenbar aus Brandenburg – sooo viele Zweibeiner einfach nur herumstanden, hab ich nicht kapiert. Aber ich bin nun auf gaaanz vielen Fotos von Menschen, die ich weder kannte noch verstand. Oder versteht ihr, was „A dachshound! Typical german! And it´s so lovely! Great!“ bedeutet…? Dem Tonfall nach huldigten sie mir – und so war ich durchaus zu der ein oder anderen gönnerhaften Pose in meiner Tasche bereit.

Dann waren wir plötzlich wieder in einem Riesenpark – in dem noch kein einziges Pflänzchen meine Duftmarke trug. Nun, ihr könnt euch denken: ich wollte sofort auf meinen eigenen krummen Beinen stehen und habe das selbstverständlich schnellstmöglich geändert. Ab und zu wollten meine Zweibeiner stehenbleiben, um Fotos zu machen und der Chef gab dann sehr, sehr viel BlaBla von sich, das sich überaus belehrend anhörte. Zum Glück kann ich ja bei sowas erfreulich schnell meine Ohren auf Durchzug stellen. Der kleine Chef musste wohl oder übel zuhören und gab sich sichtbar große Mühe, interessiert und intelligent auszusehen. Armer Kerl.
Ich war überrascht, wie grün es dort war – wo doch der Chef sagte, dass das mitten in der Stadt sei!

Endspurt

Einmal musste ich dann noch in das große Brummdings einsteigen, aber jetzt war das kein Problem mehr für mich – ich wusste ja: rausschauen und überlegen und genussvoll von weit, weit oben andere Vierbeiner zur Ordnung rufen oder einrollen und Pause machen!
Als wir das nächste Mal ausstiegen, durfte ich noch einen schönen, entspannten Spaziergang genießen, bis wir wieder am Queens Park Hotel waren, an dem wir morgens gestartet waren (unser Auto hatte den Tag über dort stehen bleiben dürfen). Da unser nächstes Ziel an diesem Wochenende ein großes Dackeltreffen in Mecklenburg-Vorpommern war, hatten wir die Städtetour mit Hund nach Berlin quasi eingeschoben.

Sightseeing mit Hund: unser Kurztrip nach Berlin

Meine erste Städtetour – aufregend und ein bisschen anstrengend wars! Zum Glück sollte die Tour dem Junior-Chef nur einen ersten Eindruck vermitteln, der Chef selbst kennt Berlin gut. Und so war es genau richtig, mit viel Zeit für mich und immer wieder Stopps in grünen Parks. Länger hätte ich das jetzt nicht haben müssen. So war er aber genau richtig, unser Kurztrip nach Berlin.

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