Erziehung á la Dackel: der Chef lernt ein neues Kommando!

Nachdem mich, Lucy, letzte Woche eine doofe Magen-Darm-Geschichte ziemlich mitgenommen hat, geht es mir jetzt wieder gut, so dass ich endlich weiter an der Erziehung meines Personals arbeiten kann. Sie müssen ja noch so viel lernen, meine Zweibeiner! Da es heute Morgen tolles Dackel-Spazierengeh-Wetter war und der Chef und ich endlich mal nicht arbeiten gehen müssen, haben wir eine Runde auf dem Feld gedreht. Das Feld an sich finde ich ja schon toll – aber wenn der Chef sich außerdem noch den schwarzen Beutel umhängt, in dem sich, wie ich mittlerweile weiß, ein offenbar unerschöpflicher Vorrat an leckeren Dingen befindet, dann bin ich noch aufgeregter als sonst. Denn das bedeutet, dass der Chef aufnahmebereit ist für ein neues Kommando.

Und tatsächlich: an der nächsten Straße sollte ich mich hinsetzen. Natürlich musste ich erst kurz nachdenken, ob ich der Bitte gerade jetzt wohlwollend nachkommen möchte. Einmal ist keinmal – und schließlich musste ich unbedingt wissen, was heute in dem schwarzen Beutel war. Das ist nämlich schon einer meiner Erziehungserfolge: ich setze mich – und der Chef schiebt mir ein Stück Wurst ins Mäulchen. Ich beschloss also, mich zu setzen – und tatsächlich: er hatte es nicht verlernt, obwohl wir doch jetzt länger nicht trainiert hatten! Ich schlang das köstliche Stückchen Lecker schnell herunter, akzeptierte sein schnell hinterher gerufenes Lauf gerne und erkundete weiter diesen spannenden Weg.

Der Chef hat ein neues Kommando gelernt: „Komm!“

Der Chef scheint sich ein neues Wort beigebracht zu haben, während ich nicht so auf dem Damm war. Von Zeit zu Zeit rief er laut „Lucy, komm!“ und freute sich wie Bolle, wenn ich meine an sich ja so wichtigen Schnüffeltätigkeiten unterbrach und im Galopp zu ihm flitzte. Immer, wenn er komm sagte, fühlte er sich genötigt, dem herangestürmten Dackel ein Stück Wurst zu geben – nun gut, dieses Kunststückchen gefällt mir. Dafür kann ich auch kurz mal meine Zeitungsleserunde unterbrechen. An einer Sache muss ich noch etwas arbeiten – denn der Chef hat sich offenbar selbst darauf konditioniert, mir nur dann ein Stück Wurst ins Maul zu schieben, wenn er dieses bestimmte Wort gesagt hat. Ich habe es ausprobiert: ich bin stehen geblieben, bis das lange Seil, das uns verbindet, auf maximale Länge gestreckt war, habe gewartet, bis er sich nach mir umschaute und bin dann zu ihm geflitzt, so schnell ich konnte. Mein Möchtegern-Rudeloberhaupt hat sich dann zwar furchtbar gefreut, der Beutel mit dem kostbaren Inhalt blieb aber unangetastet. Hm. Das war noch nicht optimal.Dackel Lucy liegend und Kommando fordernd

Ich bin ein Dackel; auch wenn ich noch klein bin, meine Hartnäckigkeit ist grenzenlos groß.

Ich habe es also immer wieder versucht – und tatsächlich. Irgendwann wurde es dem Chef zu dumm, immer auf mich zu warten und er rief „Lucy, nun komm schon!“. Da waren zwar noch ein paar andere, unnötige Füllworte dabei – aber das Codewort hatte ich deutlich vernommen! Mein Chef ist clever, er hatte es auch bemerkt und musste mich, offenbar seinem inneren Zwang gehorchend, mit der köstlichen Wurst aus dem Beutel füttern. Geht doch! Was für ein Erfolg (für mich!)! Um das Erlernte zu festigen, wiederholte ich diese Übung für den Rest des Spaziergangs immer wieder. Warum die anderen Zweibeiner, denen wir begegneten, allesamt laut lachten, wenn sie mich bei meinen Erziehungsmaßnahmen sahen, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich muss noch viel üben mit dem Chef, denn zuverlässig kommt das Codewort (und die Wurst!) noch nicht. Aber immer öfter. Und ich glaube, auch er hat Spaß an unseren Trainings, er lachte nämlich auch sehr oft.

Dackel Lucy liegend und Kommando fordernd

Aber jetzt bin ich müde und ziehe mich zu einem kleinen Nickerchen zurück.

Die Erziehung des Personals ist anstrengend, das hab ich schon gemerkt. Aber so wichtig!

Dackelwelpe in den Händen eines alten Mannes
Just trust.