Danke, dass Du bei mir bist – ein Brief an meinen Hund

Lieber Herzenshund,
heute hast Du Geburtstag!

Seit sieben Jahren bist Du nun auf dieser Welt, hast schon einiges erlebt.

Natürlich hast Du heute schon Geschenke bekommen: eine aus Trockenfutter gelegte „7“ und ein paar Specials (Eigelb und ein wenig Bolognese-Sauce) zu deinem Futter.
Bevor Du die „7“ fressen durftest, musstest Du fürs Geburtstagsfoto still davor sitzen. Dann warst Du so glücklich, endlich fressen zu dürfen, dass Du gar nicht gemerkt hast, dass es sich nicht um Leckerchen, sondern um ganz profanes (und eigentlich verhasstes) Trockenfutter handelte… Bitte verzeih mir.
Geschmeckt hat es offenbar trotzdem, so schnell, wie das Futter verschwand.

Dafür hat das Töchterlein Dir sogar ein eigenes Geburtstagsständchen gesungen, dem Du sehr andächtig lauschtest.
Ich habe mir gedacht, dass Dein siebter Geburtstag ein schöner Anlass ist, Dir einmal danke zu sagen.

Ich bin mir natürlich sicher, dass Du auch lesen kannst (Du kannst so viel – das würde mich nicht wirklich überraschen!). Sicherheitshalber lese ich Dir den Brief aber auch gerne vor, wenn wir nachher auf dem Sofa oder vielleicht heute zur Feier des Tages sogar auch im Bett kuscheln.

Als Du uns vor nunmehr sechs Jahren fandest, wusste ich sofort, dass wir zusammen gehören.

Du bist mein Herzenhund.

Ich vertraute dir vom ersten Moment an – und bis heute hast Du mein Vertrauen nie enttäuscht.

Du bist für mich beste kleine beste Freundin, mein Seelentröster, das dritte Kind.

Mit Deiner freundlichen, einnehmenden Art schaffst Du es immer wieder überraschend spielend, auch die argwöhnischsten Zweibeiner auf Deine Seite zu ziehen und Brücken zu bauen.

Du bist immer für die Kinder da, erkennst sofort, wann Zeit zum Spielen, wann Zeit (und Notwendigkeit) zu erzieherischen Maßnahmen und wann eher Zeit zum Kuscheln und einfach nur „da sein“ ist.

Du kleiner Zwerg beschützt Dein Rudel mit einer teilweise maßlosen Selbstüberschätzung – aber gibst dadurch auch Deinen Menschen den Mut, sich dem offensichtlich Überlegenen oder gar Unmöglichen mit der eigenen Überzeugung, alles schaffen zu können, zu stellen.

Du unterstützt mich tatkräftig in der Kindererziehung – und auch an meiner Erziehung arbeitest Du gerne und hartnäckig. Du lehrst mich seit Jahren mehr oder weniger erfolgreich Konsequenz, Geduld und Genauigkeit. Auf unbedarft daher gesprochenen Unsinn weist Du mich durch kritisches Hinterfragen (oder auch Ignoranz) des Gesagten gerne hin (Du hast ja Recht, was sollst Du bei dem Satz „komm, bleib hier“ denn nun eigentlich tun…?).

Du hörst sehr gut und verstehst eine Menge. Du kennst den Unterschied zwischen hören und gehorchen sehr genau und behältst Dir oft das Recht vor, eine Situation nach Deinen Maßstäben einzuschätzen. Darüber streiten wir uns schon mal, aber eigentlich bin ich froh, dass Du Deine eigene Meinung hast und sie auch kundtust. Denn wenn es (mir) wirklich ernst ist, merkst Du es und bist bei mir. Das wissen wir beide.

Du weißt genau, wo Du in der öffentlichen Rangordnung in unserem kleinen Rudel stehst – und auch, dass Dein Platz in der dackeleigenen inoffiziellen Hierarchie ein ganz anderer ist. Dennoch nutzt Du es nicht aus – Du weißt es und ich weiß es. Und damit leben wir sehr gut.

Du sorgst einerseits für eine gewisse Ordnung in der Wohnung, denn einsam auf dem Boden herumliegende Socken, Stifte oder auch Schulhefte gehen, wie auch die Kinder mittlerweile wissen, selbstverständlich in Dein Eigentum über. Zerkaute Schulhefte hattest Du nun schon lange nicht mehr als Zeitvertreib.

Andererseits sorgst Du auch dafür, dass mir in Sachen Hausarbeit nie langweilig wird. Am liebsten zerfetzt Du Küchenhandtücher und Deine Pinkeldecken -Du musst ja immer Deine Lieblingsspielsachen einwickeln –  aber ich weiß ja: mein Fehler. Wenn sie doch auf dem Boden liegen… Du bist nur konsequent.

Du weißt genau, bei welchem Familienmitglied die Chance auf heruntergefallene Nahrungsmittel am größten ist – und Du weißt auch sehr genau, wer in Deinem Rudel Deinem unschuldigen Dackelblick nie widerstehen kann.

Vor zwei Jahren gab es einen dramatischen Wendepunkt in deinem Leben. Du bekamst einen Bandscheibenvorfall und warst nach der Operation im gesamten hinteren Teil gelähmt – mit äußerst negativen Prognosen.
Du hast in der ersten Zeit sehr gelitten – und wir alle mit Dir.

Ich glaube, Du hast meine Hilflosigkeit bemerkt – denn plötzlich warst Du wieder da.
Du hast das Ruder in die Hand genommen – und mich mit Deinem unbändigen Lebenswillen schwer beeindruckt.
Die letzten Jahre waren für mich insgesamt nicht leicht – Du hast mich immer wieder aufgebaut und motiviert – trotz Deines eigenen Handicaps und Deiner eigenen Sorgen.

Ein wunderbares Geschenk gibst Du mir (und auch den Kindern) jeden Tag mit auf den Weg:

Wenn Du Dich bemühst, wieder zu laufen und umfällst, einfach wieder aufstehst und es ohne Klagen oder Lamentieren erneut versuchst. Mit der dackeltypischen Hartnäckigkeit und Unbekümmertheit.

Danke dafür.

Wenn ich Dich ansehe, glaube ich, dass Du mit Deinem Leben in unserem Rudel trotz Deiner gesundheitlichen Einschränkung glücklich bist.

Danke, dass es Dich für uns gibt und Du Teil unseres Lebens geworden bist.

Ich freue mich auf noch viele Jahre mit Dir an meiner Seite.

Dein Chef

5 Antworten auf „Danke, dass Du bei mir bist – ein Brief an meinen Hund“

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